VR-InnovationsPreis Mittelstand 2002


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„STEPtoWEB“ vernetzt die Maschinen in der Produktionshalle mit der Kommunikationstechnologie im Büro und steigert dadurch die Verfügbarkeit der Maschinen deutlich. Vor allem im Automobil- und Maschinenbau sind die Betriebsdaten aus der Fertigung mehr gefragt denn je.

Der VR-Innovationspreis Mittelstand 2002 ist mit insgesamt 80.000 € dotiert. Er wird 2002 zum dritten Mal vergeben. Der Hauptpreisträger kann sich auf 25.000 € freuen, fünf Sonderpreisträger erhalten zusammen 55.000 €. Teilnehmen konnten mittelständische Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg, die maximal 100 Mio. € Umsatz machen und höchstens 500 MitarbeiterInnen beschäftigen. Die Preisverleihung fand am 4. Dezember im Stuttgarter Haus der Wirtschaft statt.

Kuhn: Mittelstandsbetrieb des Jahres auszeichnen
„Wir wollen innovative Unternehmerinnen und Unternehmer auszeichnen, als Vorbilder für die Wirtschaft unseres Landes, als Mittelstandsbetrieb des Jahres“, betont Präsident Erwin Kuhn, Stuttgart, für die Volksbanken und Raiffeisenbanken zum Innovationspreis 2002. „Die Volksbanken und Raiffeisenbanken haben an Innovationen im Mittelstand ein besonderes Interesse. Sie können selbst nur Erfolg haben, wenn die Wirtschaft in ihrer Region prosperiert, denn genossenschaftliche Banken sind durch die Mitgliedschaft an die Menschen und Unternehmen ihres regionalen Geschäftsgebietes gebunden.“

Die Innovation steigert die Verfügbarkeit von Maschinen
Die Automatisierung im Automobil- oder Maschinenbau in Deutschland ist hoch; der Industrieroboter ist dafür ein Symbol. Aber auch die besten Maschinen bekommen Bauchschmerzen, fallen aus und legen die ganze Produktionsstraße lahm. Bis der richtige Spezialist vor Ort ist, der die „Bauchschmerzen“ der Maschine versteht, kann wertvolle Zeit verstreichen. Betriebswirtschaftlich gesehen geht es darum, den Verfügbarkeitsgrad von Maschinen in der Produktion von 80 % auf 95 % zu erhöhen. Das macht den enormen Nutzwert dieser Innovation für die Industrie sichtbar.

Gesucht war der Schlüssel zu den Betriebsdaten der Maschinen. Maschinen haben so genannte SPS-Steuerungen mit einer einfachen Controller-Maschinensprache ohne Standard-Betriebssystem. Mit dem PC des Produktionsleiters können sie nicht kommunizieren. Die einfache Maschinensprache musste also in die Kommunikationswelt des Büros und des Mobiltelefons übersetzt werden.

Genau das war die Herausforderung für Uwe Drücker:
Er hat den SPS-Code der Maschinensprache entschlüsselt. So kann er in die Windows-Welt übertragen, was in der Maschine gerade vor sich geht. Das passiert über einen normalen Internet-Browser, der die „Homepage“ jeder einzelnen Maschine ansteuern kann. Auf dieser Homepage sammelt  „STEPtoWEB“ alle Betriebsdaten der Maschine. So kann per E-Mail oder SMS gezielt der passende Spezialist für ihre Bauchschmerzen angefordert werden.

Mit „STEPtoWEB“, dem Mini-Webserver im Schaltschrank, werden die einzelnen Maschinen einer Produktionsstraße Teil eines Netzwerkes: Die Fertigungsplanung kann nun Aufträge direkt an die Maschinen leiten, die Qualität der gerade produzierten Stücke wird online überprüft und der Bestand an Bauteilen wird automatisch kontrolliert.

Das Unternehmen
Die Firma Drücker rechnet für 2002 mit 3,5 Mio. € Umsatz. Schwerpunkt ist mit 50 % die Steuerungs- und Prüftechnik. Je 20 % nehmen die Fördertechnik und automatische Parksysteme ein. In diesen drei Geschäftsgebieten wird „STEPtoWEB“ eingesetzt. 10 % des Umsatzes stammen aus EDV-Dienstleistungen. Der Exportanteil bewegt sich in einer Größenordnung von 20 %.

Mit „STEPtoWEB“ ist Uwe Drücker seit etwa einem Jahr am Markt. Über 500 Exemplare hat er bislang verkauft; 599,- € je Stück muss der Kunde investieren. Der jüngste Großauftrag ging zu VW nach Braunschweig.

Allein-Geschäftsführer ist Uwe Drücker (42). Er hat das Unternehmen bereits 1985 im Alter von 24 Jahren gegründet. Sein Ziel war schon in jungen Jahren die Selbstständigkeit. „In einem großen Industrieunternehmen konnte ich mich nicht entfalten“, sagt er.

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